7 Betriebsfunktionen

7.1 Programmwahl

Die Wahl des gewünschten Programms erfolgt mittels Drehschalter und/oder Drucktasten oder über Kurzhub- oder Sensortasten.

Zusatzfunktionen werden durch separate Bedienelemente in der Bedienblende angewählt. Die zu wählenden Programme und Zusatzfunktionen sind entweder mit Klartext oder durch Zahlen und Symbole gekennzeichnet. Die Erläuterung der Zahlen bzw. Symbole ist bei den meisten Geräten auf der Bedienblende oder dem Gerätekorpus angegeben. Für bestimmte Modelle gibt es für den Programmwähler eine Klebefolie in Blindenschrift (Bosch, Miele, Siemens).

Die Programmablaufanzeige kann über einen mitlaufenden Drehschalter, eine beleuchtete Anzeige (LED-Leuchtdioden) oder hinterleuchteten Klartext in der Bedienblende bzw. mit Klartext im LC-Display erfolgen. Bei der zeitabhängigen Steuerung gibt der Benutzer zur Programmwahl die Trocknungsdauer mit einem Zeitschalter vor.

Bei der feuchtigkeitsabhängigen Steuerung wählt der Benutzer über das Trocknungsprogramm den gewünschten Trocknungsgrad.

Beispiel Bosch

Beispiel AEG

7.2 Programme

Baumwolle

In diesem Programm kann die maximale Beladungsmenge getrocknet werden. Je nach gewünschtem Trockengrad bieten die Geräte unterschiedliche Trockenprogramme. Nach individuellem Bedarf kann der gewählte Trocknungsgrad zeitlich verlängert werden.

Pflegeleicht- und Feinwäsche

Die maximale Beladungsmenge beträgt in diesem Programm 1 bis 3,5 kg, um Knitterbildung zu vermeiden. Bei den meisten Geräten ist die Heizleistung zur Wäscheschonung reduziert oder kann durch eine Zusatztaste reduziert werden.

Zusatzprogramme:

Schonprogramme/Reduzierte Heizleistung

Für temperaturempfindliche Textilien kann durch Programmwahl oder durch Drücken einer Zusatztaste/Schontaste, die Heizleistung (1 bis 2-stufig) reduziert werden. Die reduzierte Heizleistung führt zu einer verlängerten Trocknungsdauer.

Superschon

ist ein Zusatzprogramm für besonders empfindliche Textilien, bei dem die Heizleistung sehr stark herabgesetzt ist (Bosch, Siemens).

Knitterschutz

Bei einigen Geräten kann die Funktion Bügelleicht/Knitterschutz zu allen feuchtegesteuerten Programmen zugeschaltet werden. Dadurch wird die Heizleistung reduziert, ein sanfter Reversierrhythmus gewählt und der Knitterschutz auf zwei Stunden verlängert, um Knitterbildung zu vermeiden (Bosch, Siemens).

Leichtbügeln

Leichtbügeln (AEG) ist ein spezielles Programm für Mischgewebe, z. B. Herrenoberhemden und Blusen. Bei reduzierter Füllmenge, reduzierter Heizleistung und permanenter Bewegung wird die Wäsche besonders schonend getrocknet.

Glätten

Das Spezialprogramm „Glätten“ dient zum Auflockern und Antrocknen von Pflegeleichttextilien (Bosch, Miele, Siemens). Das Programm verhindert Knitterbildung, da das Textil noch etwas feucht bleibt. Die Textilien müssen sofort nach Programmende entnommen werden. Die Endtrocknung erfolgt außerhalb des Trockners durch Verdunstung.

Kurz / Super 40 / Express

Das Kurzprogramm ist für die schnelle Trocknung temperaturunempfindlicher Textilien geeignet. Es wird durchgängig die volle Heizleistung genutzt.

Mix-Programm / Automatic plus

In einem speziellen Mix-Programm (AEG, Bosch, Miele, Siemens) können gemischte, kleine Wäscheposten (bis 3 kg) aus Baumwolle und synthetischen Fasern zusammen getrocknet werden.

Kaltluft / Lüften kalt

Dies ist ein Sonderprogramm, welches z. B. zum Lüften, Entflusen oder Entknittern trockener Wäsche verwendet wird (Programmdauer bis zu 2 Stunden).

Zeitprogramme

Bei feuchtigkeitsabhängig gesteuerten Wäschetrocknern kann zusätzlich eine Zeitwahl bis zu 120 Minuten eingestellt werden, um mit Warmluft mehrlagige Textilien oder kleine Mengen (unter 1 kg) trocknen zu können.

Wollprogramme:

Wollpflege / Finish Wolle

Einige Hersteller (AEG, Bosch, Miele, Siemens) bieten das Spezialprogramm „Finish Wolle“ zum Auflockern oder Nachtrocknen von Wolltextilien an. Durch die Bewegung in der warmen Luft richten sich die Wollfasern auf, das Gewebe wird flauschig und die Trageeigenschaften verbessern sich. Auch trockene Textilien die z. B. lange im Schrank lagen, können mit solchen Programmen behandelt werden Die Textilien müssen für ein gutes Ergebnis sofort nach Programmende entnommen werden.

Wollekorb / Trocknerkorb

Schonendes Trocknen im Liegen ohne Durchwirbeln ermöglichen die Spezialprogramme „Wolle trocknen im Korb“ (AEG, Bosch, Miele, Siemens) an. Die Wolltextilien oder z. B. auch Sportschuhe werden in einem speziellen Korb (Lieferumfang bzw. Sonderzubehör) angeordnet und dieser an der Trockner-Einfüllöffnung eingehängt. Über ein Zeitprogramm wird die Zeit je nach Menge und Herstellerangaben zwischen 30 und 120 Minuten über das Display eingestellt. Der Korb und das Programm können auch für textile Sportschuhe eingesetzt werden.

Wollprogramm ohne Korb

Neue Programmtechnik macht das komplette Trocknen von waschbaren Wollwaren im Trockner ohne Korb möglich (AEG). Ermöglicht wird dies durch den Einsatz des Invertermotors. Durch die in diesem Programm höhere Drehzahl der Trommel legt sich die Wolle als Ring am Trommelrand an und wird über den Luftdurchsatz getrocknet. Ca. alle 10 min erfolgt eine Neuverteilung der Wolle.

Bild: Wollekorb (Beispiel Miele)

Synthetic / Dessous

Programm für empfindliche Textilien aus synthetischen Fasern, Mischgewebe, Kunstseide oder pflegeleicht ausgerüsteter Baumwolle, z. B. Blusen, Dessous, Textilien mit Applikationen.

Oberhemden

Programm zum Trocknen von Hemden und Hemdblusen, verhindert Knitterbildung und erleichtert das Bügeln.

Jeans

Zum Trocknen von Kleidungsstücken aus Jeansstoff oder dickem Baumwollstoff mit unterschiedlicher Materialstärke (z. B. am Kragen, an den Manschetten und Nähten).

Outdoor / Sportwäsche

Programme für Textilien mit Membranbeschichtung, wasserabweisende Textilien, Funktionsbekleidung, Fleece-Textilien.

Seide

Programm für trocknergeeignete Textilien aus Seide z. B. Blusen, Hemden.

Kissen / Bettwäsche / Daunen

Programm für trocknergeeignete Kopfkissen und Bettdecken mit Daunen-, Feder- oder Synthetikfüllung oder Bettwäsche.

Dampf-Trocknen / Dampf-Auffrischen

Programme zum Glätten und Auffrischen von trockenen Textilien, um Gerüchen und Knitterbildung zu minimieren. Dampf glättet und frischt Kleidungsstücke wie z.B. Anzüge, Jacketts und Hosen auf.

Hygiene

Ein spezielles Temperaturzeitprofil im Programmablauf tötet Keime und Milben ab und sorgt so für hygienische Wäschetrocknung.

7.3 Anzeigefunktionen

Wahl der Display-Sprache

Bei Wäschetrocknern mit Dialog-Display können verschiedene Sprachen ausgewählt werden.

Programmablaufanzeige

Bei Drehschaltern wird der Programmablauf mittels umlaufenden Zeiger oder durch Leuchtdioden (LED) kenntlich gemacht. Bei elektronischen Geräten werden Symbole und/oder Klartext zum jeweiligen Programmabschnitt im Display angezeigt.

Akustisches Signal

Nach Ablauf der Abkühlphase kann das Ende des Trocknungsprogrammes durch ein akustisches Signal angezeigt werden. Je nach Gerät ist es abschaltbar und/oder in drei Lautstärken einstellbar.

Aktuelle Uhrzeit / Restlaufzeit / Startzeit-Vorwahl

Viele Geräte zeigen die aktuelle Uhrzeit, die Programmdauer bzw. Restlaufzeit an. Durch die Startzeit-Vorwahl lässt sich der Einschaltzeitpunkt je nach Hersteller bis zu 24 Stunden verzögern, z. B. zur Nutzung von günstigen Nachtstromtarifen.

Restzeitanzeige / Restzeitkorrektur

Zur genaueren Bestimmung der Restzeit kann bei einigen Wäschetrockner zusätzlich die Schleuderdrehzahl der Waschmaschine eingegeben werden, mit der die zu trocknende Wäsche geschleudert wurde (AEG, Bosch, Siemens).

Die Restzeitanzeige informiert ständig über die noch verbleibende Zeit bis zum Programmende bei feuchtegesteuerten und/oder zeitgesteuerten Programmen. Jedem Trocknungsprogramm wird eine feste Programmdauer zugeordnet. Unabhängig von der Beladungsmenge und der Anfangsfeuchte wird die fest hinterlegte Zeit nach dem Programmstart angezeigt. Die Restzeit wird in Stunden und Minuten heruntergezählt. Ab dem zeitlichen Nachtrocknen, entsprechend dem eingestellten Trocknungsziel und einer evtl. individuellen Feinjustierung der Trockenstufe, erfolgt ggf. eine Korrektur der Restlaufzeit und die verbleibende Restzeit wird minutengenau angezeigt. Dadurch sind Abweichungen zwischen der anfangs angezeigten und der realen Trockenzeit möglich.

Bei einigen Geräten (Miele) ist die Restzeitanzeige lernfähig. Die Lernfähigkeit besteht darin, dass die abgespeicherte, hinterlegte Restzeit nach wenigen Programmabläufen mit Hilfe eines Lernalgorithmus selbsttätig korrigiert wird, wenn sie z. B. tendenziell zu kurz oder zu lang war. Durch diese Restzeitanzeige mit Lerneffekt werden genauere Angaben der Restzeiten zu Programmbeginn erreicht, vor allem bei ungefähr gleichbleibenden Wäschemengen, da sie dem Nutzerverhalten angepasst und abgespeichert werden.

Memory Funktion / Favoriten-Programme

Häufig verwendete Programme oder Zusatzfunktionen können z. T. unter eigenen Namen gespeichert werden. Schleuderdrehzahl, Signaleinstellung, Summer, Kurz-Programm, E-Spar, Restfeuchte-Feinanpassung, Gerätesperre, Schontaste, Bügelleicht und Knitterschutz stehen dann beim nächsten Trockenprozess ohne Neueingabe wieder zur Verfügung.

Programmverriegelung

Um ein unerwünschtes Verändern der Programmeinstellungen, z. B. durch spielende Kinder, zu vermeiden, verfügen einige Geräte über eine Programmverriegelung. Trotz Programmverriegelung kann die Tür jederzeit geöffnet werden, um Textilien nachzulegen oder zu entnehmen.

Gerätesperre – Schlossfunktion

Die Verriegelungsfunktion kann vom Benutzer bei Bedarf programmiert werden. Dadurch ist keine Programmwahl mehr möglich. Dies wird durch eine LED-Anzeige (Miele) oder im LC-Display (AEG, Bosch, Siemens) signalisiert.

Kontrollanzeigen – Fehlermeldung

Optische Kontrollanzeigen (z. B. LED’s) weisen darauf hin, dass der Kondensatbehälter entleert werden muss und/oder das Flusensieb von den Wäscheflusen zu reinigen ist, oder auch der Wärmetauscher (Kondensator) gereinigt werden muss. Bei vielen Geräten werden diese Kontrollanzeigen durch akustische Signale ergänzt. Bei Geräten mit LC-Display kann darüber eine weiterführende Fehlermeldung erfolgen.

Update

Einige Geräte mit vollelektronischer Steuerung (Bosch, Miele, Siemens) sind mit einer Update-Funktion ausgestattet. Diese bietet die Möglichkeit, durch den Kundendienst eine Programmaktualisierung durchzuführen, z. B. bei Veränderung der Textilien.

Trommelbeleuchtung

Die Beleuchtung der Trommel (je nach Gerät mit energiesparendem LED-Licht) sorgt für gute Einsicht. Sie wird über den Türkontakt ein- und ausgeschaltet. Um Energie zu sparen, schaltet sich die Beleuchtung teilweise bei längerer Öffnung der Tür automatisch ab.

Umschaltung 10 A / 16 A

Über eine einfache Tastenkombination kann die Absicherung des Gerätes abhängig vom Aufstellungsort gewählt werden (Bosch, Siemens). In der Regel ist die Absicherung mit 16 A im Haushalt vorhanden. Bei der Absicherung mit 10 A wird die Heizleistung verringert und es ergeben sich längere Trocknungszeiten.

Trockenassistent

Manche vollelektronischen Wäschetrockner verfügen über einen Trockenassistent. Dieser gibt Schritt für Schritt Hilfestellung bei der Suche nach dem richtigen Programm für die zu trocknenden Textilien.

Kommunikationsfähige Wäschetrockner

Einige Geräte sind kommunikationsfähig für Hausbussysteme oder Netzwerksysteme. Mit Hilfe verschiedener Endgeräte können die Hausgeräte kontrolliert und gesteuert werden.

7.4 Programmdauer

Die Trocknungsdauer ist abhängig von

  • der Restfeuchte der zu trocknenden Wäsche
  • der Wäschemenge
  • der Faser- und Gewebeart
  • dem gewählten Trocknungsgrad
  • der Bauart des Trockners
  • der Trommelbewegung
  • der Heizleistung des Trockners
  • der Temperatur und Luftfeuchte am Aufstellungsort.

Je höher die gewählte Schleuderdrehzahl bei Waschmaschine oder Schleuder, desto geringer ist die Restfeuchte und damit auch die Trocknungsdauer der Wäsche.

Je größer die zu trocknende Wäschemenge, desto länger ist die Trocknungsdauer. Für ein gleichmäßiges Trockenergebnis sollten möglichst gleichartige Textilien zusammen getrocknet werden. Pflegeleichte Textilien nehmen weniger Feuchtigkeit auf als z. B. Baumwolle und werden bei vergleichbarer Wäschemenge schneller trocken.

Der gewählte Trocknungsgrad bestimmt den Restfeuchtegehalt der getrockneten Wäsche. Je geringer der gewünschte Restfeuchtegehalt, umso länger die Trocknungszeit. Der Kondensationstrockner benötigt für die Trocknung des gleichen Wäschepostens systembedingt mehr Zeit als der Ablufttrockner. Eine reversierende Trommel verkürzt den Trocknungsvorgang, da der Luftdurchsatz gleichmäßig erfolgt. Bei geringerer Heizleistung (z. B. 10 A-Absicherung) verlängert sich die Trocknungsdauer.

Trocknungsdauer für verschieden Bauformen und Absicherungen (Beispiel)

Füllmenge "Schleuderdrehzahl U/min (Restfeuchte)" Trocknungszeit in Min.



Ablufttrockner Kondenstrockner Wärmepumpen-trockner
Absicherung

10 A 16 A 10 A 16 A 10 A








Koch/Buntwäsche*
1400 (ca. 50 %) 106 86 112 89 112
Schranktrocken 7 kg 1000 (ca. 60 %) 123 103 131 104 131


800 (ca. 70 %) 142 117 150 120 150
Bügeltrocken * 7 kg 1400 (ca. 50 %) 75 57 93 69 80


1000 (ca. 60 %) 92 74 111 82 99


800 (ca. 70 %) 111 88 130 94 118
Pflegeleicht






Schranktrocken * 3,5 kg 800 (ca. 40 %) 44 37 48 42 51


600 (ca. 50 %) 56 44 60 51 63

* Prüfprogramme nach DIN EN 61121

** Die Werte können in Abhängigkeit von Über- und Unterspannung, Textilart, Zusammensetzung der zu trocknenden Wäsche, Restfeuchte des Textils sowie Beladungsmenge gegenüber den angegebenen Werten abweichen.

Quelle: Siemens, eigene Bearbeitung