2 Anwendung: Trocknen von Textilien

2.1 Textilien und ihre Trocknungseignung

Die Trocknungseignung für Textilien im Wäschetrockner ist bei den einzelnen Faserarten unterschiedlich. Von den Naturfasern eignen sich Baumwolle und Leinen besonders gut zum maschinellen Trocknen. Wirk- und Frotteeware aus diesen Fasern ist nach dem maschinellen Trocknen weich und flauschig. Sie kann nach dem Trocknungsprogramm „schranktrocken“ oft ohne Bügeln sofort zusammengefaltet und in den Schrank gelegt werden. Ist ein Überbügeln dennoch erwünscht, kann dieses zeitsparend durchgeführt werden, da keine starke Knitterbildung während des maschinellen Trocknens stattgefunden hat.

Wirkware ohne das Kennzeichen für Trocknungseignung neigt zum Einlaufen. Dies sollte bereits beim Kauf bei der Größenwahl der Textilien berücksichtigt werden.

Gestärkte Wäsche sollte im Trockner maximal bis zur Stufe „bügelfeucht“ getrocknet werden. Um den gewünschten Appretureffekt zu erhalten, sollte bei der Stärkezugabe die doppelte Menge dosiert werden.

Textilien aus Seide, Wolle und Chemiefasern waren bisher nur bedingt trocknergeeignet. Neuentwicklungen in der Programmtechnik machen heute das Trocknen bzw. Antrocknen von Wolle, Seide und Synthetics in speziellen Programmen möglich. Ausschlaggebend für die richtige Pflege ist allerdings nach wie vor die Pflegekennzeichnung am Textil und die Angaben dazu in der Gebrauchsanweisung des Geräteherstellers.

2.1.1 Arten von Fasern

siehe Waschmaschinen 2.1.1

2.1.2 Trocknen von Naturfasern

siehe Waschmaschinen 2.1.2

2.1.3 Trocknen von Chemiefasern

siehe Waschmaschinen 2.1.3

2.2 Textilkennzeichnungsgesetz und Pflegekennzeichnung

siehe Waschmaschinen 2.2

2.3 Textilien im Wandel

In den letzten Jahren hat sich – bezogen auf die Wäschepflege – viel verändert: Die jährliche Wäschemenge eines Durchschnittshaushaltes nimmt ständig zu. Zugenommen hat zum Nachteil des Verbrauchers auch die Begriffs-Vielfalt bei den Textilien. Gerade im Bereich der Sport- und Freizeitbekleidung finden sich neue Stoffe, deren Pflege noch nicht so geläufig ist. Hier bietet die Pflegeempfehlung des Textilherstellers neben der Materialkennzeichnung entsprechend dem Textilkennzeichnungsgesetz (TKG) eine Hilfestellung.

Viele der heute angebotenen Textilien bestehen aus Fasermischungen. Die positiven Eigenschaften einer Faser werden mit der einer anderen verbunden, um für ein spezielles Kleidungsstück das geeignete Material mit optimalen Trageeigenschaften zu entwickeln. Zum Beispiel ermöglicht die Kombination von Baumwolle und Polyamid ein saugfähiges und quellfähiges Material, das im Gegensatz zu reiner Baumwolle formstabil und knitterarm ist und im Vergleich zu reinem Polyamid eine höhere Fähigkeit zur Wasseraufnahme besitzt. Diese Faserkombination ist besonders für Freizeit- und Oberbekleidung geeignet. Für die Pflege gilt beim Materialmix: das empfindlichste Material bestimmt Temperatur, Waschbarkeit und Trocknung des Textils.

2.4 Wäscheanfall zum Trocknen

Die gesamte Wäschemenge, die maschinell getrocknet werden kann, ist abhängig von der Haushaltsgröße, den Gebrauchsgewohnheiten und Ansprüchen der Haushalte sowie von der Art der Textilien.

Grundsätzlich bestimmt die Wäschemenge, die beim maschinellen Waschen und bei der Handwäsche anfällt, auch den Wäscheanfall beim Trocknen. Da jedoch nicht alle Textilien maschinell getrocknet werden können, ist die Gesamtwäschemenge beim Trocknen geringer als beim Waschen. Andererseits erhöht sich die Benutzungshäufigkeit des Trockners durch die zusätzlichen Möglichkeiten, die der Wäschetrockner zur Wäschepflege bietet, wie das Lüften, Glätten oder Auffrischen.

Die prozentuale Verteilung der Waschprogramme sieht 2008 folgendermaßen aus (siehe auch Waschmaschine 2.4):

  • Kochwäsche 90/95 °C 8 %
  • Koch-/Buntwäsche 60 °C 27 %
  • Koch-/Bunt-/Pflegeleichtwäsche 40 °C 38 %
  • Feinwäsche/Wolle 30 °C 27 %

Pflegeleicht- und Feinwäsche sowie Wolle sind je nach Textilpflegekennzeichnung nur bedingt zum maschinellen Trocknen geeignet.

In einer Studie des Öko-Instituts, Freiburg, geht man von 525 kg Wäsche im Jahr aus, die ein durchschnittlicher Haushalt wäscht und nimmt an, dass 90 % davon im Trockner getrocknet werden. Daraus ergibt sich folgende Wäschemenge für den Trockner, wenn man zugrunde legt, dass die anfallende Wäschemenge zu 80 % aus Wäsche für das Trockenprogramm „Baumwolle“, zu 10 % aus Wäsche für das Trockenprogramm „Mischgewebe“ und zu 10 % aus Feinwäsche und Wolle besteht.

Wäscheanfall Waschmaschine (WM) und Trockner nach Haushaltsgröße

Wäschemenge in kg / Jahr

Gesamt
Baumwolle
Pflegeleicht
Feinwäsche/Wolle

WM Trockner WM Trockner WM Trockner WM Trockner
Durchschnitts-Haushalt 525 472,5 420 378 53 47,7 53 -
1-Personen-Haushalt 267 240,3 213 191,7 27 24,3 27 -
2-Personen-Haushalt 512 460,8 409 368,1 51 45,9 51 -
3-Personen-Haushalt 701 630,9 566 509,4 71 63,9 71 -
4(+)-Personen-Haushalt 968 871,2 773 695,7 97 87,3 97 -

Quelle: Öko-Institut 2004a: PROSA Waschmaschinen - Produkt-Nachhaltigkeitsanalyse von Waschmaschinen und Waschprozessen; Freiburg. Eigene Zusammenstellung

2.5 Voraussetzungen für das maschinelle Trocknen

Für das wirtschaftliche Trocknen von Wäsche im Wäschetrockner oder Waschtrockner ist erforderlich, dass die Wäsche gut entwässert ist. Die vom Hersteller angegebene Füllmenge ist einzuhalten, da Unterbeladung unwirtschaftlich ist und Überladung zu Knitterbildung führen kann. Eine weitere Voraussetzung für ein gutes Trocknungsergebnis ist ein gleichartiger Wäscheposten, da sonst einzelne Wäschestücke übertrocknet oder andere nachgetrocknet werden müssen.

2.5.1 Restfeuchteberechnung

Das Entwässern der gewaschenen Wäsche erfolgt in der Waschmaschine und im Waschtrockner im Schleudergang als Bestandteil des Waschprogrammes oder in einer Wäscheschleuder. Das Schleudern ist ein mechanischer Vorgang, bei dem sich die Trommel mit hoher Geschwindigkeit dreht. Durch die Fliehkraft wird die Wäsche gegen die gelochte Trommelwand gedrückt und das Wasser herausgeschleudert. Der Grad der Entwässerung ist abhängig von:

  • der Trommeldrehzahl
  • dem Trommeldurchmesser
  • der Art der Textilien
  • der Verteilung der Wäsche in der Trommel und der Unwuchterkennung
  • dem Schleuderprogramm (Drehzahl/Zeit-Profil)
  • der Schleuderdauer.

Die nach dem Schleudern in der Wäsche zurückgebliebene Feuchtigkeit ist die Restfeuchte. Sie wird in Prozent, bezogen auf das Gewicht der Trockenwäsche, angegeben. Durch folgende Formel kann die Restfeuchte berechnet werden:

Das bedeutet 8 kg entwässerte Wäsche (Mw) mit einer Restfeuchte von 60 % enthält 3 Liter Wasser und wiegt somit nach dem Trocknen 5 kg (Mt).

Bei Baumwollgewebe können bei verschiedenen Schleuderdrehzahlen folgende Restfeuchtewerte (RF) erreicht werden:

Restfeuchte bei verschiedenen Schleuderdrehzahlen
Schleuderdrehzahl Restfeuchte
Waschvollautomat
500 U/min. ca. 86 %
800 U/min. ca. 70 %
1000 U/min. ca. 57 %
1200 U/min. ca. 53 %
1300 U/min. ca. 52 %
1400 U/min. ca. 50 %
1500 U/min. ca. 49 %
1600 U/min. ca. 44 bis 48 %
1800 U/min. ca. 42 bis 43 %


Wäscheschleuder
1400 U/min. 55 bis 58 %
2800 U/min. 45 bis 50 %

2.5.2 Füllverhältnis / Füllmenge

Textilien verändern beim Trocknen ihr Volumen, d. h. wenn Wäsche Wasser abgibt, verändert sich das Volumen des Gewebes bzw. Gewirkes und die Luftdurchlässigkeit nimmt zu. Mit steigendem Trocknungsgrad benötigt die Wäsche immer mehr Platz, damit sie sich ausbreiten und locker fallen kann und somit knitterarm getrocknet wird. Aus diesem Grund muss die Trocknertrommel für die gleiche Wäschemenge fast doppelt so groß wie die Waschtrommel sein.

Deshalb ist das Trocknungsergebnis u. a. vom Füllverhältnis abhängig. Dieses drückt das Verhältnis der Menge der Trockenwäsche in kg zum Trommelinhalt in Liter aus. Der Trommelinhalt von Wäschetrocknern beträgt 60 bis 118 Liter. Das empfohlene Füllverhältnis zum Wäschetrocknen ist für:

Koch-/Buntwäsche Pflegeleicht- und Feinwäsche
1 : 20 bis 1 : 22 1 : 50 bis 1 : 70

Aus dem empfohlenen Füllverhältnis ergibt sich folgende Füllmenge im Wäschetrockner:

Koch-/Buntwäsche Pflegeleicht- und Feinwäsche Wolle
3 kg bis 9 kg 1 kg bis 3,5 kg (Spezialprogramm) 0,3 kg bis 1 kg