13 Wäschetrockner und Umwelt

Die Umweltbelastung durch Hausgeräte wird von drei Prozessen bestimmt: die Konstruktion, die Nutzung, die Entsorgung sowie alle dazugehörigen logistischen Prozesse.

Die Gebrauchsdauer von Produkten im Bereich Elektro-/Elektronikindustrie ist sehr unterschiedlich. Sie beträgt zwischen 1 Jahr z. B. bei Elektro-Haartrocknern und z. T. mehr als 25 Jahren z.B. bei Gefriertruhen. Die Gebrauchsdauer von Wäschetrocknern liegt bei durchschnittlich 14 Jahren. Für den gesamten Lebenszyklus eines Produktes müssen deshalb alle Prozesse mit dem Ziel optimiert werden, die Umweltbelastung möglichst gering zu halten. Aufgrund gesetzlicher Umweltschutzregelungen ist der Hersteller für den gesamten Lebenszyklus eines Produktes bis hin zur Entsorgung verantwortlich.

13.1 Ökodesign Richtlinie

Mit der Ökodesign-Richtlinie 2009/125/EG hat die Europäische Kommission erstmals einen Rahmen geschaffen für die Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte. Gerätespezifische Anforderungen werden in Durchführungsmaßnahmen für die einzelnen Produktgruppen festgelegt.

Erster Schritt war die Standby Verordnung (EU) Nr. 1275/2008, die die Leistungsaufnahme des Geräts im Aus-Zustand und Bereitschaftszustand seit Januar 2010 auf 1 Watt beschränkt. Ab Januar 2014 verschärfen sich die Grenzwerte auf 0,5 Watt im Auszustand bzw. 1 Watt im Bereitschaftszustand.

Wäschetrockner: VERORDNUNG (EG) Nr. 932/2012

Diese Verordnung wurde am 3. Oktober 2012 im Amtsblatt der europäischen Union veröffentlicht. Sie legt Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung von elektrisch- bzw. gas-beheizten Haushaltswäschetrocknern fest.

Kombinierte Haushalts-Waschtrockner und Wäscheschleudern sind von dieser Verordnung ausgenommen.

Die Ökodesign-Anforderungen werden in drei Stufen wirksam.

  • Ab dem 1. November 2013:

    • Der Energieeffizienzindex (EEI) muss kleiner sein als 85; das bedeutet Geräte mit der schlechtesten Energieeffizienzklasse D dürfen nicht mehr in den Handel gebracht werden.
    • für Kondensationshaushaltswäschetrockner darf die gewichtete Kondensationseffizienz nicht kleiner sein als 60 Prozent, d.h. Geräte mit den schlechtesten Kondensationseffizienzklassen E bis G dürfen nicht mehr in den Handel gebracht werden.
  • Ab dem 1.11.2014:

    • Das Standard-Baumwollprogramm muss bei jedem Gerät deutlich in der Programmwahleinrichtung bzw. der Anzeige erkennbar sein. Das „Standard-Baumwollprogramm“ ist das effizienteste Programm, um Baumwollwäsche zu trocknen (anfänglicher Feuchtigkeitsgehalt des Trockenguts von 60 Prozent bis zu einem restlichen Feuchtigkeitsgehalt von 0 Prozent).
    • In der Betriebsanleitung muss das Standard-Baumwollprogramm beschrieben sein, mit Angabe der Leistungsaufnahme im Aus-Zustand und im unausgeschalteten Zu-stand.
  • Ab dem 1.11.2015:

    • Für Kondensationshaushaltswäschetrockner muss der Energieeffizienzindex (EEI) kleiner sein als 76, d.h. zusätzlich läuft die Klasse C aus.
    • Für Kondensationshaushaltswäschetrockner darf die gewichtete Kondensationseffizienz nicht kleiner sein als 70 Prozent, d.h. zusätzlich läuft die Klasse D aus.

Die Effizienzanforderungen bringen für Deutschland kaum Veränderungen, Wäschetrockner der Klasse D, die Ende 2015 auslaufen, haben bereits in 2013 keine Bedeutung mehr, während Wärmepumpentrockner in den Klassen A bis A+++ bereits einen Verkaufsanteil von rund 50 Prozent haben.

13.2 Materialkennzeichnung

Die Möglichkeiten für eine spätere Verwertung technischer Produkte werden im Wesentlichen bei deren Konstruktion festgelegt.

Durch Werkstoffauswahl, Gestaltung und Verbindungstechnik muss sichergestellt werden, dass mit einfachen Demontagehandgriffen viele verwertbare Bauteile, kostengünstig recycelbare Werkstoffe und ein Minimum zu entsorgende Schadstoffe anfallen.

Die Material-Kennzeichnung für Kunststoffe ist innerhalb der EU in der ISO Norm 11469 „Sortenspezifische Identifizierung und Kennzeichnung von Kunststoff-Formteilen“ aus dem Jahr 2000 beschrieben. Zusätzlich zur bisher bestehenden Kennzeichnung der Basispolymere und ihrer besonderen Eigenschaften (ISO 1043-1) sowie der Füll- und Verstärkungsstoffe (ISO 1043-2) werden in dieser überarbeiteten Norm auch die Kennzeichnung für Weichmacher (ISO 1043-3) und für Flammschutzmittel (ISO 1043-4) angegeben.

Die Kennzeichnung von Kunststoff-Formteilen soll auf der Oberfläche des Formteils durch entsprechende Kennbuchstaben oder Kurzzeichen zwischen den Zeichen „>“ und „<“ erfolgen.

Beispiel: Für ein Polyamid 66 mit 15 Masse-Prozent Mineralstoff-Pulver und 25 Masse-Prozent Glasfaser sowie zusätzlich rotem Phosphor als Flammschutzmittel ist die Kennzeichnung:

>PA66-(GF25+MD15)FR(52)< oder >PA66-(GF+MD)40FR(52)<

Einige Hersteller praktizieren das Prinzip eines modularen Aufbaus. Nach einer Grobzerlegung der Geräte können diese Module dann komplett dem Recyclingprozess zugeführt werden.

Für jedes Bauteil muss in Abhängigkeit von der Verunreinigung und der noch vorhandenen Produktqualität das Entsorgungskonzept festgelegt werden.

  • Wiederverwendung: Mehrfachnutzung eines Bauteils.
  • Werkstoffrecycling: Mahlen und Wiederverarbeiten in eine neue Form.
  • Rohstoffrecycling: Zerlegen in die Grundbestandteile und Wiedereinsatz in chemischen Herstellprozessen.
  • Energetische Verwertung: Ausnutzung des Wärmeinhalts der Kunststoffe zur Energiegewinnung.
  • Thermische Beseitigung: Volumenreduzierung und Schadstoffentfrachtung vor der Deponierung.

Bei einem Kondensationstrockner sind z. B. folgende unterschiedliche Werkstoffe enthalten.

Bild: Anteile der Werkstoffe beim Kondensationstrockner (Beispiel)

13.3 Elektro- und Elektronikgerätegesetz – ElektroG

Das „Elektrogesetz” (Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten) vom 16. März 2005 (BGBl. I S. 762), zuletzt geändert durch Art. 8 Gesetz vom 11. August 2010, hat folgende Ziele:

  • Gesundheit und Umwelt vor giftigen Substanzen zu schützen
  • die Abfallmengen durch Wiederverwendung oder Verwertung (Recycling) zu verringern
  • den Schadstoffgehalt in neu konzipierten und produzierten Elektro- und Elektronikgeräten zu reduzieren.

Das ElektroG ist die nationale Umsetzung folgender EU-Richtlinien: 2002/96/EG (WEEE = waste electrical and electronic equipment), die eine Vermeidung von Abfällen, die Wiederverwendung, das Recycling und damit eine Reduzierung von Abfallmengen zum Ziel hat.

2002/95/EG bzw. 2011/65/EG (RoHS = restriction of the use of certain hazardous substances) Sie dient der Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten.

Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) sieht im §12 für Wäschetrockner Gerätekategorie 1 eine Verwertungsquote von mind. 80 Gewichtsprozent und eine Recyclingquote von mindestens 75 Gewichtsprozent vor. Verbraucherinnen und Verbraucher können daher seit März 2006 ihre privaten Elektro- und Elektronik-Altgeräte kostenlos bei kommunalen Sammelstellen (Wertstoffhof) abgeben. Die Hersteller übernehmen dagegen die Verantwortung für die ordnungsgemäße Entsorgung.

Bevor Elektro- und Elektronikgeräte in Verkehr gebracht werden dürfen, müssen sich die Hersteller bei der „Gemeinsamen Stelle“ der Hersteller, der stiftung elektro-altgeräte register (ear) registrieren lassen. Je nach ihrem Marktanteil an Neugeräten müssen die Hersteller die eingesammelten Altgeräte zurücknehmen und verwerten.

Siehe hierzu auch: Elektro-und Elektronikgeraetegesetz