12 Betriebswerte und Energieverbrauchskennzeichnung

12.1 Betriebswerte

Der Stromverbrauch eines Haushaltes für das maschinelle Trocknen ist von den Nutzungsgewohnheiten und folgenden Kriterien abhängig:

  • Wäschemenge
  • Wäscheart
  • Restfeuchte
  • Trocknungsziel
  • Trocknersystem
  • Trocknungshäufigkeit
  • Verbrauchswert des Trockners
  • Aufstellungsort bzw. Umgebungstemperatur des Wäschetrockners.

Daraus ergibt sich, dass eine genaue Berechnung des Stromverbrauchs nur auf Basis der tatsächlichen Nutzung erfolgen kann. Der Jahresenergieverbrauch laut Energielabel basiert auf 160 Trockengängen bei unterschiedlichen Beladungen und soll eine Musternutzung darstellen zur besseren Vergleichbarkeit der Geräte. Der tatsächliche Energieverbrauch im Haushalt kann deutlich davon abweichen.

Verbrauchsdaten nach Funktionsweise (Beispiele)
Hersteller Füllmengemax. Energieeffizienzklasse Jahres-Energieverbrauch (lt. Energielabel) Baumwolle schranktrocken, vorgeschleudert bei 1000 U/min, vollständige Beladung



Energie in kWh Energie in kWh Zeit in Min.
Ablufttrockner
Miele 6 kg C 430 3,58 89
AEG 7 kg C 512 4,25 115
Siemens 7 kg C 482 3,9 128
Kondenstrockner
AEG 7 kg B 504 4,29 124
Miele 7 kg B 494 4,14 109
Siemens 7 kg B 497 4,13 115
Kondenstrockner mit Wärmepumpe
Bauknecht 7 kg A++ 211,5 1,69 139
Bosch 7 kg A++ 199 1,63 120
Miele 7 kg A+++ 158 1,29 189
AEG 8 kg A+++ 177 1,51 190
Siemens 8 kg A+++ 172 1,37 187
Bauknecht 9 kg A++ 259 2,2 188

Die Betriebswerte sind von der jeweiligen Schleuderdrehzahl des Waschganges abhängig. Je höher die Schleuderdrehzahl desto niedriger ist der Energieverbrauch pro Füllung.

Der Energieverbrauch eines Kondensationstrockners liegt durchschnittlich etwa 5 bis 10 % über dem Stromverbrauch eines Ablufttrockners. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass die gesamte Wärmeenergie eines Kondensationstrockners am Aufstellungsort als Raumwärme zur Verfügung steht. Anders ist es beim Wärmepumpentrockner, bei dem die entzogene Energie der Prozessluft dem Trockenprozess erhalten bleibt. Diese Wärmerückgewinnung führt zu einer Energieersparnis von bis zu 70 % gegenüber herkömmlichen Kondensationstrocknern. Beim Ablufttrockner geht diese Wärmeenergie verloren. Zusätzlich entzieht der Ablufttrockner dem Aufstellungsort einen Teil der Raumwärme aufgrund seines offenen Funktions-Systems.

12.2 Nachhaltiges Wäschetrocknen

Beim Vergleich verschiedener Trocknungssysteme ist zu berücksichtigen, dass für das Trocknen von Wäsche in jedem Fall Energie benötigt wird. Im Freien und in unbeheizten Räumen tritt zwar kein messbarer Energieverbrauch auf, dennoch wird die Energie der Umwelt entnommen. In beheizten Räumen erhöht sich der Verbrauch an Heizenergie durch die Verdunstungskälte beim Trocknen. Je nach Lüftungsverhalten (gekipptes Fenster oder Stoßlüften) kommt es zu einem mehr oder weniger starken zusätzlichen Energieverlust.

Leinentrocknung hat den Nachteil, dass häufig eine Weiterbehandlung der Wäsche durch Bügeln und Anfeuchten erfolgen muss. Durch das Trocken im Wäschetrockner kann bei vielen Textilien aufs Bügeln verzichtet werden. Durch die Wahl des Trockenprogrammes kann die Wäsche so getrocknet werden, dass kein Einsprühen oder Dampfbügeln nötig ist. Die Abwärme aus der Kondensation wärmt den Raum und kann im Winter Heizenergie sparen. Wärmepumpentrockner: Kondensationstrockner mit Wärmepumpentechnik sind in der Anschaffung teurer aber bieten eine Energieersparnis von bis zu 70 % gegenüber „herkömmlichen“ Kondensationstrocknern; sie erreichen als einzige Trockner die Energielabelklassen A, A+, A++, A+++. Die Wäsche soll mit möglichst hoher Drehzahl geschleudert werden, denn je weniger Wasser enthalten ist, umso weniger Energie und Zeit wird zum Trocknen benötigt

12.3 Energieverbrauchskennzeichnung

Um die Entwicklung sparsamer Hausgeräte zu fördern, wurde in Deutschland zum 1.1.1998 die Energieverbrauchskennzeichnung für Wäschetrockner Pflicht, für kombinierte Wasch-Trockenautomaten (Waschtrockner) zum 1.2.1998.

Die rechtliche Grundlage bildete ursprünglich die EU-Rahmenrichtlinie 92/75/EWG, diese wurde im Mai 2010 durch die „Richtlinie 2010/30/EU über die Angabe des Verbrauchs an Energie und anderen Ressourcen durch energieverbrauchsrelevante Produkte mittels einheitlicher Etiketten und Produktinformationen“ abgelöst. Auf Basis dieser Richtlinie kann die EU-Kommission ab sofort für einzelne Produktgruppen so genannte delegierte Rechtsakte erlassen. Diese haben häufig die Form von Verordnungen.

Die Umsetzung in nationales Recht erfolgte am 1.7.1997 mit dem Energieverbrauchskennzeichnungsgesetz (EnVKG). Es wurde mittlerweile durch die Neufassung ersetzt: Das von Bundestag und Bundesrat beschlossene Gesetz zur Neuordnung des Energieverbrauchskennzeichnungsrechts trat am 17. Mai 2012 in Kraft.

Rahmenrichtlinien beschreiben jedoch nur grundsätzliche Prinzipien. Die gerätespezifischen Anforderungen sind in den delegierten Rechtsakten bzw. Durchführungsverordnungen für die einzelnen Produktgruppen festgelegt.

Im Zuge dieser europaweiten Überarbeitung der Energielabels gibt es seit Mai 2012 auch für den Wäschetrockner ein neues Energielabel. Die alte Durchführungsverordnungen 95/13/EG für die Gerätegruppe Haushaltswäschetrockner wurde abgelöst durch die Delegierte Verordnung Nr. 392/2012 vom 9. Mai 2012. Auf freiwilliger Basis konnte das neue Energielabel bereits seit 29. Mai 2012 genutzt werden. Seit dem 29. Mai 2013 ist die Verwendung Pflicht.

Neues Energielabel Wäschetrockner – Pflicht seit 29. Mai 2013

Das neue Energielabel gibt es in 3 Varianten:

  • für Kondensationstrockner
  • für Ablufttrockner
  • für Gastrockner (Neu dazu gekommen).

Das neue Label enthält folgende Informationen:

  • Name oder Marke des Herstellers
  • Typenbezeichnung
  • Energieeffizienzklasse
  • Gewichteter Jahres-Energieverbrauch in kWh
  • Angaben zur maximalen Füllmenge bei Beladung mit Baumwolle
  • Gerätetyp: Gas- bzw. elektrischer Abluft- oder Kondensationstrockner
  • Nur bei Kondensationstrocknern: Kondensationswirkung eingeteilt in Klassen von A bis G
  • Dauer eines Standard-Baumwollprogramms
  • Geräuschentwicklung in dB (A) re 1pW (Schallleistung) während des Trocknens.

Bild: (vlnr.) Energielabel für Kondensationstrockner, Energielabel für Ablufttrockner, Energielabel für Gastrockner

Beim neuen Energielabel ist der gewichteter Jahres-Energieverbrauch (in kWh) angegeben. Dieser basiert auf 160 Standard-Baumwolltrockenprogrammen bei Voll- bzw. Teilbeladung. Auch die Energieverbräuche im „Aus-Zustand“ und im „unausgeschalteten Zustand“ gehen mit ein. Der tatsächliche Energieverbrauch hängt von der jeweiligen Nutzung des Gerätes im Haushalt ab.

Standard-Baumwolltrockenprogramm ist der Zyklus, bei dem Baumwollwäsche mit einem anfänglichen Feuchtigkeitsgehalt des Trockengutes von 60 % bis zu einem restlichen Feuchtigkeitsgehalt des Trockengutes von 0 % getrocknet wird.

Die Einstufung in eine Energieeffizienzklasse erfolgt nach dem Energieeffizienzindex (EEI). Hierbei wird der gewichtete Jahres-Energieverbrauch des Wäschetrockners ins Verhältnis gesetzt zu einem Standard-Jahresverbrauch und mit 100 multipliziert. Umso kleiner der EEI, umso sparsamer ist das Gerät.

Die Energieeffizienzklassen unterteilen sich wie folgt:

Energieeffizienzklasse Energieeffizienzindex EEI durchschnittliche Energieeinsparung gegenüber Klasse A (Quelle: ZVEI)
A+++ (niedriger Verbrauch) EEI < 24 63 %
A++ 24 ≤ EEI < 32 51 %
A+ 32 ≤ EEI < 42 35 %
A 42 ≤ EEI < 65
B 65 ≤ EEI < 76
C 76 ≤ EEI < 85
D (hoher Verbrauch) 85 ≤ EEI

Neu bei Kondensationstrocknern ist die Kondensationswirkung in Klassen von A bis G. Diese Angabe ist wichtig: Technisch bedingt kann beim Trocknen nicht die gesamte Wassermenge, die der nassen Wäsche entzogen wurde, im Kondensationsbehälter gesammelt werden; ein kleiner Teil entweicht in den Raum. Umso weniger Wasser entweicht, umso besser

Geräteinformation / Produktdatenblatt

Den Verbrauchern steht neben dem Energielabel (Energieetikett) noch die Geräteinformation der Hersteller als Informationsquelle zur Verfügung. Bei der Geräteinformation handelt es sich um eine Produktbeschreibung, die z. T. in Tabellenform oder als Beschreibung in unmittelbarer Nähe des entsprechenden Gerätes, in den Prospekten enthalten ist. Die Geräteinformation enthält neben den Angaben des Energielabels noch weiterführende verpflichtende Angaben.

Kennzeichnungspflichten

Jedes Label-pflichtige Gerät muss zum Verkauf mit einem Energielabel sowie einem Daten-blatt ausgeliefert werden. Das neue Label wird dabei als Ganzes jedem Gerät beigefügt, die Trennung zwischen neutralem Grundetikett und gerätespezifischem Datenstreifen entfällt.

Jedes Gerät in der Verkaufsstelle muss deutlich sichtbar außen an der Vorder- oder Oberseite ein Energielabel tragen. Grundsätzlich muss ein Händler dasjenige Label auf dem Gerät anbringen, das ihm der Hersteller bzw. Importeur mitliefert. Händler sind nicht verpflichtet, Geräte die mit dem alten Label versehen sind „umzulabeln“, z. B. im Verkaufsraum. Das führt zu langen Übergangszeiten mit altem und neuem Label ausgezeichneten Geräten.

Bei jeder Werbung, die den Energieverbrauch oder Preis eines bestimmten Gerätemodells angibt, muss die Energieeffizienzklasse des Produktes deutlich erkennbar sein. Die gleichen Bestimmungen gelten in sämtlichen technischen Werbeschriften, wie beispielsweise in technischen Handbüchern oder in Broschüren der Hersteller, die entweder gedruckt vorliegen oder online verfügbar sind.

Waschtrockner: Extra Label

Für Waschtrockner gibt es eine separate Energieverbrauchskennzeichnung mit der Durchführungsrichtlinie 96/60 EG vom 19.09.1996. Da es für Waschtrockner noch keine Neufassung vorliegt, gilt nach wie vor das alte Label.