7 Wilhelm Eduard Weber, der Namensgeber der magnetischen Flußeinheit

Die internationale Einheit des magnetischen Flusses ist das Weber. Die Sl Einheit l Weber mit dem Einheitszeichen Wb ist festgelegt als der magnetische Fluß, der in einer ihn umschlingenden Windung eine elektrische Spannung von 1 Volt (V) induzieren kann, wenn er innerhalb von 1 Sekunde (s) auf Null absinkt (Bild 20):

Formel

Damit ist die Einheit des magnetischen Flusses eine von den Einheiten Volt (V) und Sekunde (s) abgeleitete Einheit des Internationalen Einheitensystems, wobei die Einheit Sekunde (s) eine Basiseinheit ist und die Einheit Volt (V) bereits eine von den Einheiten Ampere (A), Meter (m), Kilogramm (kg) und Sekunde (s) mehrfach abgeleitete Einheit darstellt.

Festlegung der SI-Einheit des magnetischen Flusses

Bild20: Festlegung der SI-Einheit des magnetischen Flusses

Der Sl Einheit des magnetischen Flusses hat man zu Ehren des deutschen Physikers Wilhelm Eduard Weber (Bild 20) den besonderen Namen Weber gegeben. Wilhelm Eduard Weber wurde am 24. 10. 1804 in Wittenberg geboren. Nach seinem Physikstudium veröffentlichte er bereits als 21jähriger das Werk "Die Wellenlehre auf Experimente gegründet", mit dem er die Blicke der Wissenschaft auf sich richtete. Im Jahr 1828 wurde er Professor in Halle. 1831 wurde Weber von dem Physik Professor Carl Friedrich Gauß (1777 1855) nach Göttingen berufen, wo er an dessen erdmagnetischen Messungen teilnahm und den Magnetismus theoretisch zu ergründen versuchte.

Wilhelm Eduard Weber (1804-1891)

Wilhelm Eduard Weber (1804-1891)

Gauß und Weber entwickelten in den ersten gemeinsamen Jahren einen elektromagnetischen Telegrafen, den sie am 7. 4.1833 in Betrieb nehmen konnten. Dieser erste elektromagnetische Telegraf verband die Sternwarte und das physikalische Institut über eine etwa 1 km lange Freileitung und arbeitete mit einer Induktionsspule und einem Spiegelgalvanometer zur Zeichenablesung. Beide Physiker betrieben diese Telegrafenanlage zwischen ihren Hochschulinstituten nutzbringend bis zum Jahre 1838.

Neben der Entwicklung der ersten elektromagnetischen Telegrafenanlage leisteten Gauß und Weber grundlegende Arbeiten für die Schaffung von allgemein anerkannten Einheiten, welche Voraussetzung für ein zuverlässiges Meßwesen bildeten. Carl Friedrich Gauß stellte 1833 als erster das absolute Maß für den Magnetismus auf, welches Weber im Jahrl840für die Bestimmung der elektrischen Stromstärke anwendete. Wilhelm Eduard Weber entwickelte von 1840 bis 1846 das Elektrodynamometer und erarbeitete damit die elektrodynamischen Maßbestimmungen, die er 1846 veröffentlichte. Diese Maßbestimmungen wurden zur Grundlage der in den Jahren von 1881 bis 1884 in Paris international festgelegten Einheiten des c g sSystems, das auf den Einheiten Centimeter, Gramm und Sekunde basierte.

Wilhelm Eduard Weber starb am 23. 6. 1891 im 87. Lebensjahr in Göttingen.