3 Charles Augustin de Coulomb, der Namensgeber der Ladungsmengeneinheit

Die internationale Einheit der Elektrizitäts oder Ladungsmenge ist das Coulomb. Die Sl¬Einheit 1 Coulomb mit dem Einheitenzeichen C ist festgelegt als die Elektrizitätsmenge, die bei einer zeitlich konstanten Stromstärke von 1 Ampere (A) während einer Zeit von 1 Stunde (s) durch einen Leiter fließt (Bild 6):

Festlegung der SI-Einheit der elektrischen Ladungsmenge

Bild 6: Festlegung der SI-Einheit der elektrischen Ladungsmenge

Formel

Damit ist die Einheit der Ladungsmenge eine von den Basiseinheiten Ampere (A) und Sekunde (s) abgeleitete Einheit des Internationalen Einheitensystems.

Man hat der 51 Einheit der elektrischen Ladungsmenge den besonderen Namen Coulomb zu Ehren des französischen Physikers Charles Augustin de Coulomb gegeben. Coulomb wurde am 14. Juni 1736 in Angouleme (Frankreich) geboren. Er studierte Mathematik und Naturwissenschaften. Anschließend war der Ingenieuroffizier auf Martinique und begleitete mehrere staatliche Ämter in Frankreich. 1802 wurde ihm von Napoleon die Aufsicht über das neu zu organisierende Schul und Unterrichtswesen übertragen.

Prinzip der Drehwaage mit Lichtzeiger zur Ladungsmessung

Bild 7: Prinzip der Drehwaage mit Lichtzeiger zur Ladungsmessung

Berühmt wurde Coulomb durch die Ergebnisse seiner nebenher betriebenen wissenschaftlichen Forschungen. Diese machten ihn zu einem führenden und wegweisenden Physiker des 18. Jahrhunderts. Er machte Untersuchungen über die Statik fester Körper, Festigkeit von Werkstoffen, Gleit und Haftreibung und formulierte das Reibungsgesetz. Im Jahr 1779 verfaßte Coulomb die Arbeit "Theorie der einfachen Maschinen", die seine wesentlichen Erkenntnisse auf dem Gebiet der Mechanik zum damaligen Zeitpunkt zusammenfaßten. Mit einem selbstersonnenen Ladungsmesser (Coulombmeter) bestimmte er den Zusammenhang zwischen Stromstärke und Stoffabscheidung bei der Elektrolyse. Seinen Untersuchungen und Erkenntnissen über die Eigenschaft von elastischen Körpern beim Verdrehen entsprang die Konstruktion einer Drehwaage (Bild 7). Mit dieser konnte er kleine Kräfte zwischen elektrischen Ladungen relativ genau messen und das nach ihm benannte Grundgesetz der Elektrostatik im Jahr 1785 aufstellen. In seiner allgemeinen Form besagt das Coulombsche Gesetz, daß die zwischen zwei elektrischen Ladungen wirkende Kraft proportional den beiden Ladungsmengen und umgekehrt proportional dem Abstand der Ladungen ist. Haben die Ladungen ungleiche Vorzeichen, entsteht eine Anziehungskraft, bei gleichen Vorzeichen eine Abstoßungskraft (Bild 8).

Kraftwirkung zwischen Ladungen

Bild 8: Kraftwirkung zwischen Ladungen

Sein nach ihm benanntes Gesetz veröffentlichte Coulomb zusammen mit anderen Erkenntnissen über die Polarisation elektrischer Ladungen und deren Lokalisierung an der Oberfläche geladener Körper in einer Abhandlung über Elektrizität und Magnetismus (Bild 9).

Coulombsches Gesetz

Bild 9: Coulombsches Gesetz

Charles Augustin de Coulomb starb am 23. August 1806 im 71. Lebensjahr in Paris.